Vererben, Erben, Pflichtteilsansprüche

Es sind zwar nur knapp 500 Paragraphen im BGB, in denen unser Erbrecht geregelt ist. Dennoch bieten sie Anlass und Grundlage für oft erbitterten, langjährigen Streit und dauernden Unfrieden in der Familie. Rechtzeitiger und guter anwaltlicher Rat zahlt sich hier schnell aus.

Wir arbeiten für Sie in allen Bereichen des Erbrechts und zwar

  • vorbeugend im Rahmen der Gestaltung der Nachfolge durch Testament oder durch Schenkung und andere Vermögensübertragungen "mit warmer Hand". Ihre Wünsche und Ihre besondere familiäre Situation sowie ggf. alle steuerlichen Aspekte werden wir ermitteln und zur Grundlage unserer Beratung machen.
  • nach dem Erbfall im Rahmen der Nachlassermittlung, Erbauseinandersetzung, Testamentsauslegung, Pflichteilsregung, Ermittlung von Schenkungen, Testamentsvollstreckung etc.

 

Vererben

Das Recht eines jeden, über sein Vermögen zu Lebzeiten und letztwillig durch Verfügung von Todes wegen zu verfügen, ist besonders geschützt und nur mit sehr wenigen Einschränkungen versehen.

Dennoch gibt es gesetzliche Vorgaben zu beachten: Pflichteilsansprüche,  Einschränkungen der Testierfreiheit durch gemeinschaftliche Testamente oder Erbverträge, das Erfordernis der Testierfähigkeit und so fort.

Das genaue Wissen um die gesetzlich geregelte Erbfolge und um die vom Gesetzgeber gesteckten Grenzen ist unabdingbar für die Planung und die Sicherheit, dass das Gewollte letztlich auch so eintritt, wie es Ihren Wünschen und Vorgaben entspricht.

Durch rechtzeitig eingeholten fachlichen Rat kann sichergestellt werden, dass der letzte Wille rechtlich klar und eindeutig formuliert wird und dieser Wille des Erblassers auch zur Ausführung gelangt. So können teure Rechtsstreite vermieden werden und der Familienfriede erhalten bleiben. Hier erfahren Sie mehr.

Anwaltlicher Rat zahlt sich aus.
Sprechen Sie uns an.
 

Erben

Hat der Erblasser rechtzeitig klare und eindeutige Regelungen getroffen, dann zahlt sich dies für die Erben in jeder Hinsicht aus.

Wenn dies aber nicht der Fall ist, dann kann das Erben auch schon einmal zum Albtraum geraten. Dabei geht es nicht nur um Familien, die im Streit auseinanderbrechen, sondern auch um die Haftung der Erben.

Erben erhalten das Vermögen als Ganzes, also mit allen Rechten und Pflichten, auch mit allen Schulden. Wenn die Erben nicht aufpassen, haften sie sogar mit ihrem eigenen Vermögen.

Hier “steckt der Teufel im Detail“:
Schneller als Sie für möglich halten, können Sie beispielsweise unbedacht und ungewollt eine Erbschaft durch schlüssiges Handeln annehmen!


Rechtzeitiger Rat ist daher oft entscheidend. Sie sollten nicht das Sechswochenamt abwarten, sondern sofort anwaltlichen Rat einholen – bevor „das Kind in den Brunnen gefallen ist“. Die Fristen sind sehr kurz: Sie haben nur 6 Wochen Zeit, sich ein Bild vom Nachlass zu verschaffen,  Rechtsrat einzuholen und eine Entscheidung zu treffen und umzusetzen.

Oftmals ist auch sofortiges Handeln geboten, wenn es darum geht, den Nachlass vor dem eigenmächtigen Zugriff von Miterben zu schützen.

Schon im Rahmen einer Erstberatung, die wir unabhängig vom Wert des Nachlasses pauschal mit Ihnen abrechnen, erfahren Sie, worauf Sie im konkreten Fall achten müssen und welche Optionen Sie haben. Auch hier sollte gelten: „Ich tue und sage nichts ohne meinen Anwalt.“

Übrigens kann sich die Ausschlagung einer Erbschaft unter Umständen auch dann lohnen, wenn der Nachlass nicht überschuldet ist. Ein Beispiel:

Der Erblasser hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kinder. Sein Vermögen beträgt 500.000 Euro. Als er und seine Frau heirateten, hatten beide kein Vermögen. Die Ehefrau kümmerte sich in der Folge ausschließlich um die Kinder und erwarb kein eigenes Vermögen.
Liegt kein Testament vor, so tritt gesetzliche Erbfolge ein: die Ehefrau erbt in diesem Fall 1/2, also 250.000 Euro.

Schlägt die Ehefrau die Erbschaft hingegen aus und beansprucht ihren Pflichtteil sowie den rechnerischen Zugewinnausgleich, so erhält sie 250.000 Euro als Zugewinnausgleich gem. § 1371 Abs. II BGB und weitere 31.250 Euro als sogenannten kleinen Pflichtteil, insgesamt also 281.250 Euro! Bei größeren Beträgen kann dies auch steuerlich einen nicht unerheblichen Unterschied ausmachen. Hier erfahren Sie mehr.

Kompetenter Rat zahlt sich aus.
Sprechen Sie uns an.
 

Erbauseinandersetzung, Aufteilung des Nachlasses

Wenn mehrere Erben werden und eine Erbengemeinschaft bilden, gibt es leicht Streit. Schließlich ist in der Regel der Nachlass auseinanderzusetzen und da sind die Interessen höchst unterschiedlich.

Oft sind lebzeitige Zuwendungen Grund für Konflikte zwischen den Erben.

Hier ist schneller anwaltlicher Rat wichtig, damit nicht unnötiger Streit geführt wird und eskaliert oder leichtfertig und unbedacht zunächst sichere Ansprüche aufgegeben werden.

Sprechen Sie uns rechtzeitig an!

Erbauseinandersetzungen werden häufig mit großer Verbissenheit geführt und enden auch nach Abschluss einer oft viele Jahre dauernden gerichtlichen Auseinandersetzung nicht im Frieden. Zudem sind solche Auseinandersetzungen oft mit hohen Kosten verbunden und führen nicht selten zu einem schmerzlichen Verlust an Lebensqualität.

Eine Erbauseinandersetzung streitig zu führen, gehört zum Repertoire eines guten Anwalts für Erbrecht und selbstverständlich können wir das. Wir sehen unsere Aufgabe aber auch darin, Ihnen die Wege zu einer schnellen friedlichen Erbauseinandersetzung aufzuzeigen und Sie dabei zu begleiten.

Sind die Voraussetzungen dafür gegeben, kann Mediation ein Weg sein, trotz bestehender Differenzen eine friedliche Erbauseinandersetzung herbeizuführen. Wenn dies aus Ihrer Sicht in Betracht kommt, lesen Sie dazu bitte Näheres unter Mediation.
 

Pflichtteilsansprüche

Die größte Einschränkung der Testierfreiheit im deutschen Recht ist der sog. Pflichtteil, den das Bundesverfassungsgericht in den Rang eines verfassungsmäßig geschützten Rechtes erhoben hat.

Auch der Bundesgerichtshof ist bemüht, die Versuche, den Pflichtteil zu umgehen, zu unterbinden. Er wird daher zuweilen auch als der Gralshüter des Pflichtteilsrechtes bezeichnet.

Der Pflichtteil ist ein Anspruch auf Mindestbeteiligung am Nachlass. Er steht Kindern, Ehepartnern und unter Umständen auch Eltern zu. Dabei können sich diese Ansprüche nicht nur gegen die Erben richten, sondern in Form von sogenannten Pflichtteilsergänzungsansprüchen auch gegen Dritte, die vom Erblasser zu Lebzeiten beschenkt wurden. Hier erfahren Sie mehr.

Wir helfen nicht nur nach einem Erbfall bei der Durchsetzung oder Abwehr von Pflichtteilsansprüchen. Wir beraten auch, wie sich bereits zu Lebzeiten Streit um den Pflichtteil vermeiden lässt oder wie Ansprüche gestaltet und minimiert werden können.
 

Schenkungen

Schenkungen werden nicht nur steuerlich der Erbschaft weitgehend gleichgestellt. Sie sind auch bei der Verteilung des Nachlasses zu berücksichtigen.

Insbesondere durch eine langfristige Planung und Umsetzung kann durch Schenkungen die Erbschaftssteuerlast der künftigen Erben erheblich gesenkt werden. Es kann dadurch aber auch zukünftiger Streit unter Erben und Kindern vermieden werden und eine Erbauseinandersetzung erleichtert werden.

Hier wirken verschiedene komplizierte gesetzliche Regelungen zusammen, die selbst für Juristen, die sich darauf nicht spezialisiert haben, oft kaum zu verstehen sind. Fachkundiger Rat ist da unumgänglich.
 

Testamentsvollstreckung

Auch durch die Anordnung von Testamentsvollstreckung, verbunden mit sinnvollen Anweisungen und Vorgaben für den Testamentsvollstrecker, kann sichergestellt werden, dass der Erblasserwille umgesetzt wird.

Der Testamentsvollstrecker kann die Aufgabe haben, nur die reine Auseinandersetzung (Aufteilung) des Nachlasses vorzunehmen. Er kann aber auch darüber hinaus für die dauernde Verwaltung des Nachlasses oder von Teilen des Nachlasses eingesetzt werden.
Besonders für minderjährige Kinder als Erben ist oftmals die Anordnung einer zeitlich befristeten Testamentsvollstreckung sinnvoll. So kann der frühzeitige Zugriff auf das Erbe durch einen zu jungen Erben oder auch der Zugriff von Sorgeberechtigten oder Vormündern verhindert werden.

Wir beraten Sie nicht nur bei der Abfassung Ihres letzten Willens, sondern stehen auch gerne für die Testamentsvollstreckung zur Verfügung. Näheres dazu finden Sie auf der gesonderten Seite Testamentsvollstreckung.
 

Bank zur Auskunft verurteilt

Die Abwicklung von Erbschaften mit Grundstücken und Forderungen im Nachlass gehören zum Standardgeschäft des Rechtsanwaltes. Was aber wenn dem Erben eine Grundschuld als sogenanntes bestehen gebliebenes Recht aus einer Zwangsversteigerung zufällt? Damit sind viele Beteiligte und auch oft Banken, denen eine solche Grundschuld als Sicherungsnehmer ursprünglich zur Verfügung gestellt wurde, überfordert. Im nun entschiedenen Fall hatte sich die Bank sogar geweigert, dem Erben Auskunft zu erteilen.

mehr Infos...

10 Tipps für künftige Erblasser

Den Beitrag von Rechtsanwalt Rudolph für Deutschlandradio Kultur      finden Sie hier.

mehr Infos...

notarielles Nachlassverzeichnis

Das OLG Bamberg hat die Anforderungen an ein notarielles Nachlassverzeichnis in einer neuen Entscheidung zusammengefasst und klargestellt und hiermit die Rechte der Pflichtteilsberechtigten gestärkt.

mehr Infos...

Sittenwidriger Erbverzicht

Erbverzichte und Pflichtteilsverzichte sind gefährlich und sollten sorgfältig bedacht werden. Insbesondere junge Kinder können oft nicht beurteilen, auf was sie sich einlassen, wenn die Eltern einen Erb- oder Pflichtteilsverzicht verlangen.

Das Oberlandesgericht Hamm urteilte nun: Ein Nissan GTR X für einen Erbverzicht ist sittenwidrig.

mehr Infos...

Unwirksame Bestimmung im Testament

Ein Testament, in dem der Erblasser verfügt: "Wer mir in den letzten Stunden beisteht, übergebe ich Alles" ist unwirksam.

mehr Infos...

Knapp 500 Paragraphen,

die es in sich haben:

mehr Infos...

Preiswerter als man denkt!

Lassen Sie sich fachkundig beraten. Das ist preiswerter als Sie denken!

mehr Infos...